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Deutscher Studienpreis für Sina Leipold

Freiburger Nachwuchswissenschaftlerin belegt beim Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung in der Kategorie Sozialwissenschaften Platz zwei

Sina Leipold, Juniorprofessorin für Gesellschaftliche Transformation und Kreislaufwirtschaft an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, ist beim Deutschen Studienpreis für ihre Dissertation über Unternehmensverantwortung im internationalen Holzhandel mit dem zweiten Platz in der Kategorie Sozialwissenschaften ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der Körber-Stiftung verliehen, zeichnet jährlich die besten deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen aus und gehört zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland

In ihrer Dissertation untersucht Leipold ein neues Instrument, den ökologischen und sozialen Folgen des wachsenden internationalen Rohstoffhandels zu begegnen: globale Unternehmensverantwortung für Produktionsbedingungen am Herkunftsort. Bislang konnten Unternehmen Rohstoffe wie Holz, Diamanten oder Soja unter teils illegalen, menschenunwürdigen Bedingungen im Ausland produzieren und sie in Deutschland und anderen Ländern verkaufen. Um diesem Missstand zu begegnen, entwickelten die USA, die EU und Australien Gesetze, die erstmals unternehmerische Verantwortung gegenüber Produktionsbedingungen im Ausland gesetzlich verankern. Sie verbieten den Import illegal erzeugter Holzprodukte und verpflichten Unternehmen zur Sorgfalt.

Leipolds Dissertation zeigt mithilfe des neu entwickelten Discursive-Agency-Ansatzes, dass die Einführung von globaler Unternehmensverantwortung nur durch eine Verschiebung weg vom Thema Nachhaltigkeit hin zum Thema Legalität möglich war. Die Verschiebung ermöglichte eine strategische Koalitionsbildung zwischen Umweltgruppen und Teilen der Holz(produkte)-Industrie. Das hatte ambivalente Folgen. Einerseits war nur durch diese strategische Koalition die Durchsetzung des neuen Instruments globaler Unternehmensverantwortung möglich. Andererseits führt die Verbindung verschiedener Ziele in der Umsetzung der Gesetze zu Konflikten über Zielvorstellungen, die deren Effektivität bedrohen oder ökonomische Rationalitäten in den Vordergrund rücken lassen. Da das neue Instrument derzeit auch für Mineral-, Agrar- und Fischereipolitik diskutiert wird, sind die Erkenntnisse hochrelevant für künftige Ressourcenpolitik.

Interview über Sina Leipolds Forschung in der Rubrik Forschen und Entdecken.

 

Kontakt:

JProf. Dr. Sina Leipold

Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Tel.: 0761/203-8678

E-Mail: sina.leipold@transition.uni-freiburg.de

 

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