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Schadstoffe im Grundwasser? (04.06.2019)

Die Kommission der Europäischen Union (EU) übt seit Wochen Druck auf Deutschland aus, für die Düngung der Felder strengere Vorgaben zu machen. Hintergrund ist, dass in Deutschland vielerorts der Grenzwert für Nitrat im Grundwasser immer wieder überschritten wird. Passend dazu untersucht Hydrologe Juniorprofessor Dr. Andreas Hartmann in einer neuen Studie, wie lange Wasser in Karstgebieten braucht, um von der Oberfläche bis ins Grundwasser zu sickern.
Schadstoffe im Grundwasser? (04.06.2019)

Foto: Kara/stock.adobe.com

Denn: Trotz Bedenken setzen viele Landwirte noch immer Pflanzenschutzmittel ein. In Kombination mit der Halbwertszeit von Schadstoffen lässt sich so berechnen, ob und welche davon ins Grundwasser gelangen. „Aufgrund der schnelleren Fließwege in Karstlandschaften ist die Transitzeit hier geringer als die Zerfallszeit mancher Pestizide, Medikamente und Bakterien, sodass diese schlussendlich auch ins Trinkwasser gelangen können“, schlussfolgert der Experte.

Glyphosat beispielsweise habe eine mit ungefähr 25 Tagen relativ hohe Halbwertszeit im Vergleich zu den Fließzeiten ins Grundwasser. „Das bedeutet, dass das Unkrautvernichtungsmittel erst nach dieser Zeitspanne um die Hälfte zerfallen ist“, betont Hartmann.  Bei manchen Antibiotika gehe es schneller, hier betrage die Halbwertszeit verhältnismäßig kurze acht Tage, bei E. coli Bakterien liege sie zwischen 50 und 60 Tagen. Wie lange das Wasser brauche, hänge neben der Bodenbeschaffenheit auch von der zu überwindenden Höhe ab. In den Bergen seien das mehrere tausend Meter, aber in den landwirtschaftlich geprägten ebenen Regionen Deutschlands manchmal nur einige wenige Meter. Zu den Karstgebieten in Deutschland gehören unter anderem die Schwäbische Alb, das Steinerne Meer in Südbayern sowie die Paderborner Hochfläche.

Juniorprofessor Dr. Andreas Hartmann leitet seit 2017 die Nachwuchsforschungsgruppe „Global Assessment of Water Stress in Karst Regions in a Changing World“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Hydrologische Modellierung, Karsthydrologie, Wasserressourcen und Klimawandel.

Mehr Information zur aktuellen Forschung von Dr. Andreas Hartmann zu Schadstoffen:
http://www.hydmod.uni-freiburg.de/research/research-projects und
https://ahartmann.weebly.com/karst-vulnerability-assessment.html

 

Kontakt:

JProf. Dr. Andreas Hartmann
Professur für Hydrologische Modellierung und Wasserressourcen
Friedrichstraße 39, 79098 Freiburg im Breisgau
Tel: +49-(0)-761-203 3520
E-Mail: